1933 - 1945

Die dynamische Entwicklung der Anthroposophischen Medizin wird während der nationalsozialistischen Diktatur zunehmend aufgehalten und schließlich gestoppt. Es ist den meisten anthroposophischen ÄrztInnen in den Jahren 1933 bis 1945 zwar erlaubt, weiter zu praktizieren, aber ein offenes Bekenntnis zur Anthroposophischen Medizin ist nicht möglich.

1935 werden die beiden damaligen Anthroposophischen Gesellschaften verboten. Unter dem Regime des Nationalsozialismus geraten auch die bis dahin entstandenen anthroposophischen heilpädagogischen Einrichtungen zunehmend unter politischen Druck und müssen teilweise schließen. Trotzdem setzen sich viele, die in der Anthroposophischen Medizin aktiv sind, weiterhin für die Idee einer menschenwürdigen Medizin ein und stellen sich damit der Nazi-Ideologie entgegen.

Auf der anderen Seite gibt es anfangs vereinzelt Versuche seitens der Nationalsozialisten, Elemente aus den praktischen Lebensfeldern der Anthroposophie  für eigene Zwecke zu missbrauchen.

Einen differenzierten Blick auf die Arbeit der anthroposophischen Ärztinnen und Ärzte während der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur soll eine fachhistorische Untersuchung ermöglichen, die von der Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland (GAÄD) in Auftrag gegeben wurde. Diese Untersuchung ist noch (Stand August 2020) in Arbeit.