Fieberkrämpfe - gerade für junge Eltern oft ein Schock. Wie ein Vater die Behandlung seines Sohnes erlebt hat und wie die Anthroposophische Medizin helfen konnte:

Unser Sohn Ben kam vor fünf Jahren auf die Welt. Obwohl er an sich gesund und munter ist, hat er in den ersten Jahren ziemlich schwere Fieberkrämpfe gehabt. Die waren oft sehr heftig und mussten mit Medikamenten unterbrochen werden. Wie oft wir deshalb im Krankenhaus bei uns in der Gegend waren, weiß ich gar nicht mehr. Wir mussten immer wieder einige Tage bleiben, weil das Fieber einfach nicht runtergehen wollte.

Unter Druck gesetzt

Einmal hat er zwei verschiedene Fiebersenker gekriegt, die beide nicht halfen. Dann sollte er direkt noch ein drittes starkes Medikament kriegen. Ich sollte unterschreiben, dass ich einverstanden bin. Ich war total verunsichert, so viele Medikamente auf einmal? Obwohl ich ziemlich unter Druck gesetzt wurde, habe ich nicht unterschrieben. Ein richtiges Gespräch kam überhaupt nicht zustande. Uns als Eltern wurde einfach nur Angst gemacht. Schlussendlich haben wir Ben immer auf eigene Verantwortung wieder mit nach Hause genommen, trotz erhöhter Temperatur oder Fieber. Wir hatten das Gefühl, das er erst zu Hause wieder gesund wird.

Auf der Reise krank geworden

Dann kam für uns ein echter Wendepunkt: Wir waren zufällig in Süddeutschland bei meinen Eltern, als Ben wieder einen heftigen Krampf bekam. Diesmal sind wir in die anthroposophische Filderklinik in der Nähe von Stuttgart gefahren. Und es war unglaublich, wie sich dieser Krankenhausaufenthalt von unseren bisherigen Erfahrungen unterschieden hat.

Wir waren ja sehr skeptisch wegen dieser Entkrampfungsmedikamente, die Ben immer bekommen hat. Wer das einmal erlebt hat, weiß, wie heftig die Wirkung ist. Ben war jedes Mal, wenn er diese Arzneimittel bekommen hat, zwei Tage völlig teilnahmslos, hat nur am Fenster gesessen und rausgeschaut. Und hat überhaupt nicht mehr gelächelt. Das ist für Eltern wirklich schwer zu ertragen.

Es geht auch anders

In der Filderklinik hat uns niemand belächelt wegen dieser Sorgen. Das Team dort hat sich viel Zeit genommen, uns zu erläutern, warum die Mittel wirklich unbedingt nötig sind. So konnten wir das viel leichter akzeptieren. Ansonsten wurde das Fieber nur überwacht. Ben wurde über einen Tropf mit Flüssigkeit versorgt. Und bekam ergänzend noch homöopathische oder anthroposophische Mittel. Das war alles. Alle haben sich Zeit genommen und mit uns genau besprochen, was wann und warum getan werden muss.

Und alles rundum war auch so anders als sonst. Alle Räume hatten dezente Farben, das fand meine Frau besonders schön. Es ist so gestaltet, dass man sich einfach wohlfühlen muss. Ich glaube, dass wir dadurch viel entspannter waren und das auch auf Ben übertragen haben.

Wir hatten besonders Glück mit unserem Zimmer, mit einem direkten Ausgang zu einem kleinen Park. So konnten wir auch mal, wenn Ben geschlafen hat, frische Luft schnappen oder einfach zwischen den Bäumen sitzen. Was ich besonders schön fand, war das gemeinsame Essen auf der Station.

Immer wieder!

Es war das erste Mal, dass wir Ben ohne Fieber mit nach Hause nehmen konnten! Für uns ist klar, dass, sollten die Kinder oder wir mal ins Krankenhaus müssen, wir immer versuchen werden, in eins der anthroposophischen Häuser zu kommen. Egal, wie weit es weg ist.

Johannes*, 40 Jahre, Hamburg
(* Der richtige Name ist der DAMiD-Redaktion bekannt.)